Selbstständige Schule

 

Andere Inhalte, mehr Spielräume - und eine gewisse Sorge um ihren Erhalt spiegeln sich in Berichten, wie Schulen mit dem Status "Selbständige Schule" umgehen.

 

Umgang mit mehr Selbstständigkeit

 

Im Bericht der Westdeutschen Zeitung "Frontalunterricht ade – hin zu mehr Arbeit im Team" heißt es zu einer "selbstständig" gewordenen Schule in Krefeld:

"Im Modellprojekt stärkt die Gesamtschule Kaiserplatz die Eigenverantwortung der Schüler. Unser Beispiel der selbstständigen Schulen an Krefelder Gesamtschulen ist die vom Kaiserplatz.

Krefeld. (...) Das Sonderbudget für eine zusätzliche halbe Stelle wurde unterschiedlich eingesetzt: Zunächst, um die Mitglieder der Steuergruppe zu entlasten, und danach, um die Schüler in Methodentraining und Medienkompetenz zu fördern. Soziales Lernen beginnt im Tischgruppentraining, das von einem Lehrer in Zusammenarbeit mit einem Sozialpädagogen betreut wird. Von jedem Schüler wird ein Soziogramm erstellt, um zu ermitteln, wie und mit wem er am besten lernt. Aus dieser Erkenntnis werden für den Doppeljahrgang der Stufen 5 und 6 Tischgruppen gebildet, an denen Schüler dauerhaft im Team arbeiten, aber auch Konflikte lösen.

„Das Arbeitsklima hat sich seitdem unter den Schülern erheblich verbessert; langfristiges Ziel ist, die soziale Kompetenz zu stärken und die Schüler für die Arbeit im Team fit zu machen“, sagt Adrian.

Für eine Schule dieser Größe war es eine besondere Herausforderung, das erlernte methodische Know-how auf die einzelnen Fächer herunterzubrechen: „Die Unterrichtsform hat sich inzwischen erheblich verändert – weg vom Frontalunterricht und hin zu mehr Teamarbeit.“

Einen Tag zum Thema moderne Unterrichtsentwicklung hat sich das komplette Kollegium beim kanadischen „Ausbildungspapst“Norm Green gegönnt, ansonsten sind noch 20 Lehrer in permanenter Fortbildung, die ihr Wissen wiederum an die anderen Kollegen per Schulung weitergeben müssen. Die positiven Auswirkungen seien bei den Schülern unübersehbar: „Sie sind – das kann ich schon ohne Abschlussuntersuchung sagen – kommunikativer geworden und haben mehr Kompetenzen entwickelt. Auch die Bereitschaft, in Teams zu arbeiten, hat deutlich zugenommen.“

Als weiteren Vorteil des Projekts nennt Adrian die finanziellen Freiräume, die man für den Ausbau der Computerräume genutzt habe – mit inzwischen 150 Computerarbeitsplätzen statt zuvor 15.

„Leider wurden die vielen guten Ansätze des Projekts und deren Umsetzung durch eine Vielzahl von anderen Richtlinien und Maßnahmen der Behörden gebremst“, bedauert Adrian. So hätten Lernstandserhebungen und die Einführung zentraler Prüfungen sowie des Zentralabiturs über die Maßen Kräfte gebündelt. „Bleibt die Hoffnung, dass unser Gestaltungsspielraum nach Ablauf des Projekts nicht gnadenlos zusammengestrichen wird.“"

04.07.2007 Von Wolfhard Petzold (Quelle: www.westdeutsche-zeitung.de)

 

Hintergrund: Selbstständige Schule

 

Das im Schuljahr 2002/03 gestartete und auf sechs Jahre angelegte Modellvorhaben "Selbstständige Schule" zielt auf die Verbesserung der Qualität schulischer Arbeit und insbesondere des Unterrichts durch qualitätsorientierte Selbststeuerung an Schulen und durch Entwicklung regionaler Bildungslandschaften.

Die am Projekt beteiligten 278 Schulen in 19 Regionen in Nordrhein-Westfalen werden bei ihrer regionalen Schulentwicklung durch umfangreiche Fortbildungsmaßnahmen unterstützt.

Mittlerweile nehmen zudem in den Modellregionen 383 Korrespondenzschulen teil.

Das Projekt wird gemeinsam vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bertelsmann Stiftung getragen und durch eine wissenschaftliche Begleitforschung evaluiert.

www.selbststaendige-schule.nrw.de

 

Lehren und Lernen für die Zukunft

 

Vorstellung des Films zum Unterrichtskonzept durch die Projektleitung.

Mit großem Beifall wurde am Montag, 22.10., in der Stadthalle Bielefeld von 700 Zuschauern die Uraufführung des Films "Und es geht doch… Lehren und Lernen für die Zukunft" gefeiert. Zuschauer waren Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Vertreterinnen und Vertreter der Schulämter, der Bezirksregierung Detmold, des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und der Bertelsmann Stiftung. Das Projekt hatte den Film bei der Kölner Filmemacherin Erika Fehse in Auftrag gegeben, die - selbst nicht Pädagogin und in ihren Filmen meist mit ganz anderen Themen beschäftigt - sagte, sie habe während der Dreharbeiten großen Respekt für die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern entwickelt.

Der Film zeigt, dass es gelingen kann, Unterricht in allen Schulformen und -stufen systematisch zu verändern, so dass Lehrerinnen und Lehrer Freude am Lehren und Kinder und Jugendliche Freude und Erfolg beim Lernen haben.

Der Film ist in Grund-, Haupt-, Förder-, Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs in Ostwestfalen-Lippe entstanden, die - als Projekt- und Korrespondenzschulen (z.T. schon im Vorläuferprojekt "Schule & Co.") - Erfahrung mit der Unterrichtsentwicklung nach dem Konzept "Lehren und Lernen für die Zukunft" gemacht haben. Damit wird noch einmal die vor einem Jahr abgegebene Essener Erklärung (170 KB) des MSW und der Bertelsmann Stiftung bekräftigt: "Auf den Unterricht kommt es an. Fortbildung als wichtiger Schlüssel zum Erfolg" Die DVD wird durch ein Booklet ergänzt, in dem die Filmschulen und die Filmemacherin vorgestellt werden. Außerdem wird das Konzept "Lehren und Lernen für die Zukunft" kurz erläutert und die Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schulleiterinnen und Schulleitern durch Interviewauszüge dokumentiert.

Auf zwei zusätzlichen DVDs sind Materialen zusammengestellt, die für den Hauptfilm nicht oder nicht in dieser Länge verwendet werden konnten: Unterrichtssequenzen aus verschiedenen Schulstufen, Schulformen und Fächern.

Weitere Informationen und die Bestelladresse für den Film finden Sie hier.

22.10.07 Quelle: www.selbstständige-Schule.nrw.de

 

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