Ganztagsschulen-Diskussionen

 

Sollen wir die Ganztagsschule einführen? Mit den Meinungen zum Thema befasste sich die Presse ebenso wie mit Fragen des Umbaus von Schulen, der Übermittags-Betreuung und der Finanzierung für finanzschwache Familien.

 

Die Ganztagsschule einführen?

 

Welche Erwartungen und Sorgen sich an die Ganztagsschule richten, davon berichtet unter dem Titel "Ganztagsbetrieb an der Schule Kirchenfeld?" die Westdeutsche Zeitung:

"Die Leitung signalisiert Bereitschaft. Das Projekt könnte Fördergelder vom Land Nordrhein-Westfalen bekommen. Die Schülervertretung ist skeptisch.

Tönisvorst. Wird die Hauptschule Kirchenfeld in St. Tönis zum Schuljahr 2007/2008 die erste Ganztags-Hauptschule im Kreis Viersen? Durchaus möglich. Der neue Leiter, Andreas Irkens, der ab nächste Woche im Amt ist, erklärte im Schul- und Kulturausschuss, dass die Gremien bereits diese Bereitschaft signalisiert hätten.

Bürgermeister Albert Schwarz, selbst früher Schulleiter, riet dazu, frühestens zum Herbst 2007 damit zu beginnen. So habe man genügend Zeit, die Planung ohne Zeitdruck umzusetzen. "Wir werden wohl in allen Schulen auf Dauer zum Ganztagsbetrieb kommen", glaubte der Bürgermeister. Schwarz sieht bei dieser Entwicklung auch immer mehr Auswirkungen für die Vereine, etwa bei der Belegung der Sporthallen. Maik Giesen (CDU) unterstrich die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und so die Hauptschule zu stärken.

Sehr ausführlich waren die Ausführungen, die der neue Schulrat Detlev Stein gab. Er sprach von zusätzlichen Stellen, die es für eine Ganztagsschule gebe, von dem endgültigen Erlass des Landes, der jetzt vorliege und von den Tönisvorster Chancen, vom Land ausgewählt zu werden. Denn es gibt es auf Landes- und Kreisebene Mitbewerber, die eine Ganztagsschule einrichten wollen. 20 Anträge können derzeit vom Land genehmigt werden.

"Ich gehe davon aus, dass für den Kreis Viersen nur ein Antrag genehmigt wird", erklärte Stein. Die Ganztagsschule an der Hauptschule sei eine " sinnvolle Sache". Derzeit gibt es eine Zuschüsse des Landes von 115 000 Euro pro 20 Schüler. Aus dem Kreis sei, so Schulrat Stein, auch die Hauptschule Grefrath interessiert. Bis zum Jahr 2012 sollen in Nordrhein-Westfalen rund 50 000 vollwertige Ganztagsplätze entstehen. Besondere Förderangebote sollen in schulischer Verantwortung aufgebaut werden.

Die Leitung der Kirchenfeld-Schule beabsichtigt, die Eltern der Schulneulinge zu informieren. Auf Kreisebene gibt es von den Schulen zur Ganztagsschule bereits einen Arbeitskreis.

Seitens der Schülervertretung war signalisiert worden, dass man dem Vorhaben eher skeptisch gegenüber stehe, da man sich unter "anderen Voraussetzungen" angemeldet habe. Doch begonnen werden soll ohnehin zunächst nur für die Jahrgänge der Klassen fünf bis sieben."

27.01.06, Von Manfred Baum (Quelle: http://www.wz-newsline.de)

 

Die soziale Seite

 

Förderverein für das Mittagessen

 

Schafft die Ganztagsschule für einige Schüler auch Probleme? Der WZ- Bericht schildert unter dem Titel "Neuer Förderverein spendiert Kindern das Mittagessen" Probleme und eine Lösung:

"Ursula Schlößer ist erste Vorsitzende von „Tischlein deck Dich. . .Monheim“. Kinder, deren Eltern das Essensgeld nicht aufbringen können, sollen mit Hilfe des Vereins die Ganztagsschule besuchen können.

Monheim. Am Freitagabend hat sich der Förderverein „Tischlein deck dich... Monheim“ gegründet. Neue Vorsitzende ist SPD-Frau Ursula Schlößer, die Sinn und Zweck des Vereins so beschreibt: „Vordringlichstes Ziel des neuen, überparteilichen und überkonfessionellen Vereins ist es, den Kindern die Teilnahme an der Ganztagsschule in Monheim zu ermöglichen, deren Eltern sich das Essensgeld nicht leisten können.“

22 Gründungsmitglieder haben sich schon bereit erklärt, mit einem jährlichen Geldbetrag dazu beizutragen, dass diesen Kindern die Teilnahme an der Ganztagsschule ermöglicht wird. Zwischenzeitlich, so Schlößer, habe sich die Mitgliederzahl bereits auf 28 Mitglieder erhöht. Da aber pro Kind 468 Euro jährlich für das Essensgeld aufgebracht werden muss, werden weitere Vereinsmitglieder gesucht. Der Jahresbeitrag im Förderverein wurde auf 24 Euro festgelegt.

Mehr Infos gibt es bei Ursula Schlößer, Telefon 1013543 oder per Email an uschi.schloesser@t-online.de."

29.05.2007 (Quelle: www.wz-newsline.de)

 

Finanzierung: Zahlen nach Einkommen

 

Wenn es ums Geld geht, geht es schnell auf um Verwaltung: Das zeigt der Bericht "Zahlen nach Einkommen":

In Willich zahlen Eltern für die Offene Ganztagsschule künftig nach ihrem Verdienst. Möglicherweise braucht die Verwaltung dafür mehr Personal.

Willich. Annegret Rutsch (Bündnis 90/Die Grünen) freute sich: "Das ist eine vernünftige Lösung, auch wenn sie mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand verbunden ist." Ihre Fraktion hatte beantragt, die Beiträge für die Offene Ganztagsschule einkommensabhängig zu staffeln. Dem stimmten im Jugendhilfeausschuss im Prinzip auch die anderen Fraktionen zu. Die Verwaltung kann zurzeit den personellen Mehraufwand noch nicht abschätzen. Sie geht aber davon aus, dass zusätzliches Personal erforderlich wird.

Die Beiträge variieren von null bis 151 Euro: Der Höchstbetrag soll ab einem Jahreseinkommen von über 61 355 Euro fällig werden. Wenn das Familieneinkommen unter 12 271 Euro liegt, kann das Kind die Offene Ganztagsschule gratis nutzen. Wenn die Eltern im Jahr nicht mehr als 24 542 Euro verdienen, müssten sie sich mit moderaten 26,08 Euro an den Kosten beteiligen, bei einem Einkommen bis 36 813 Euro würde der Betrag auf 57,78 Euro steigen.

Siegfried Kirsch (CDU) fragte nach: "Wenn rund 500 Kinder an der Offenen Ganztagsschule teilnehmen, ist dann nicht zusätzliches Personal erforderlich?" Michael Süßbeck vom Jugendamt kann das noch nicht genau beziffern er geht jedoch von einem zusätzlichen Personalbedarf aus. Immerhin fallen rund 100 Hortplätze weg, dafür entstehen aber bis zu 500 Plätze in der Offenen Ganztagsschule, so die Kalkulation bisher.

Süßbeck nannte eine Bedingung, mit der der Verwaltungsaufwand drastisch reduziert werden könnte: "Wenn wir auf die Überprüfung der Eltern-Angaben verzichten." Jugenddezernent Christoph Gerwers riet aber dringend davon ab: "Ich kann nur davor warnen, das Prüfen zu lassen." Für ihn steht fest, dass die Einführung von gestaffelten Elternbeiträgen "nicht zum Nulltarif möglich ist". Dieses Thema wird jetzt zunächst im Schulausschuss noch einmal beraten, entschieden ist noch nichts.

09.02.06 Von Rudolf Barnholt (Quelle: http://www.wz- newsline.de)

 

Wirkungen von Ganztagsschulen: Ökonomie und Erwerbsmöglichkeiten

 

Wie unterschiedlich Ganztagschulen sich ausnehmen, zeigt ein internationaler Vergleich. "Die Zeit" berichtet von einem Gutachten: Post für die Eltern

Die innerdeutschen Unterschiede sind beträchtlich. Außerdem berichtet die FAZ unter dem Titel "Ganztagsschulen erleichtern Frauen das Erwerbsleben" von den Ergebnissen eines Wirtschafts-Forschungsinstituts: FAZ über Ergebnisse eines Forschungsinstituts

 

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