Chatten ohne Risiko 

Chatten gehört zu den Freizeitbeschäftigungen, die bei Jugendlichen hoch im Kurs stehen, selbst Kinder im Grundschulalter chatten bereits gelegentlich. Die Erfahrungen, die sie dabei machen sind leider nicht nur positiv. Immerhin die Hälfte von ihnen haben von der Beschimpfungen bis hin zu sexuellen Belästigungen dabei einiges erlebt. Meist ignorieren sie die Vorfälle einfach oder sie sperren die entsprechenden Person und klicken sie weg. Wenn es ihnen zuviel wird, verlassen sie häufig den Chat.
 
Oft werden die Kinder und Jugendlichen in den Chats auch nach persönlichen Daten gefragt: Fast zwei Drittel der jugendlichen mit Chatter wurden laut der aktuellsten JIM-Studie von Fremden bereits aufgefordert, Name, Adresse oder Telefonnummer preiszugeben, Mädchen mehr als Jungen. Bedenklich ist, dass fast ein Viertel dieser Aufforderung nachkommt – wobei Jungen anscheinend deutlich unvorsichtiger sind als Mädchen.
 
Und nun? Nie mehr chatten? Zweifellos kann man so alle Gefahren ausschließen – positive Erfahrungen aber auch. Kontaktpflege mit Freunden, die nicht um die Ecke wohnen, neue Leute kennen lernen (auch im Ausland und in einer anderen Sprache), flirten, ...
 
Eltern wissen, dass ein totales Verbot häufig das Gegenteil bewirkt. Wenn sich Kinder dann auch noch in kritischen Situationen aus Angst vor Strafe nicht mehr an sie wenden, wird die Gefahr nur größer. Es gilt also sich der Lage zu stellen und gemeinsam mit den Kindern die ersten Schritte in den Chat zu machen. Sie zu begleiten und ihnen Regeln mit auf den Weg zu geben, die größtmögliche Sicherheit garantieren.
 
  • Begleiten Sie ihr Kind und suchen Sie gemeinsam einen sicheren Chatraum aus. In diesen gibt es einen Moderator, den man über einen Notfall-Button einschalten kann, sie verfügen über Ignore-Funktionen die Störer abschalten und lassen nur registrierte Mitglieder zu. Kinder bis 13 Jahren sollten ausschließlich in speziellen Kinder-Chats aktiv sein.
  • Vermitteln Sie die wichtigsten Sicherheitsregeln
    • Benutze einen Phantasienamen, der keine Rückschlüsse auf Dich zulässt.
    • Gib niemals deinen Namen, deine Adresse und Telefonnummer preis.
    • Sei misstrauisch, im Chat kann sich jeder eine falsche Identität zulegen.
    • Wenn du jemand treffen möchtest, besprich dich zuerst mit einem Erwachsenen Deines Vertrauens.
    • Triff dich niemals mit einer Chatbekanntschaft, ohne dass ein Erwachsener dabei ist!
    • Brich unangenehme Gespräche ab.
    • Melde Belästigungen dem Moderator.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind feste Zeiträume für Chat-Akivitäten.
  • Nehmen Sie nicht nur am Anfang an den Chat-Aktivitäten teil. Behalten Sie ein offenes Ohr!  
 
Und was können Sie tun, wenn doch mal was vorgefallen ist?
 
Zeigen Sie sexuelle Belästigungen an! Die Polizei geht den Hinweisen nach
Wenden Sie sich an den Chat-Anbieter, der gesetzlich dazu verpflichtet ist, „Täter“ möglichst dauerhaft zu sperren. Dazu sollten sie den Vorfall so gut wie möglich dokumentieren. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Nickname und Chatraum. Machen Sie einen Screenshot vom Gespräch. Aber Achtung: auf keinen Fall dürfen Sie dies bei Kinderpornografischem Material tun! Der Besitz solcher Materialien auf Festplatten und anderen Speichermedien ist ungeachtet der Absichten die damit verfolgt werden grundsätzlich strafbar.

Unterstützung erfahren Sie auch von der Internetbeschwerdestelle, die Sie unter http://www.internet-beschwerdestelle.de/ erreichen. Dort finden Sie auch weitere Tipps und Handreichungen für den sicheren Umgang mit dem Internet. Einen Merkzettel der in Kurzform die wichtigsten Regeln zum Chat enthält und praktisch neben dem Rechner platziert werden kann, finden Sie unter http://www.jugendschutz.net/ . Sehr empfehlenswert sind auch die Eltern- und Kinderratgeber "Click it" vom zartbitter e.V. aus Köln.

 

Schutz durch Filter- und Ratingsysteme

Gewaltszenen, pornografische Inhalte und radikales Gedankengut jedweder Richtung gehören zu den Dingen, die man gerne von seinen Kindern fernhalten möchte. Leider stoßen sie bei ihrer Internetnutzung immer wieder ungewollt auf Seiten mit diesen Inhalten. Aufgrund der Angebotsfülle, unterschiedlicher rechtlicher Bestimmungen der Länder und der „geschickten Platzierung“ kann man dies leider nicht völlig verhindern. Filter- und Ratingsysteme können zwar auch keine absolute Sicherheit ermöglichen, minimieren aber die Risiken um ein Erhebliches.

Filtersoftware mit Negativlisten
 
Filterprogramme arbeiten in der Regel mit Negativlisten. Dabei handelt es sich um entweder automatisch oder per Hand erstellte Listen von Internetadressen, die für die Nutzer gesperrt werden. Sie enthalten entweder die gesperrte URL – z.B. www.hotgirls.com – oder eine gesperrte IP-Adresse – z.B. 189.166.194.123. Um die Listen laufend auf dem neuesten Stand zu halten, wird von den Herstellern eine, meist kostenpflichtige, Aktualisierung angeboten. Einige Hersteller bieten mittlerweile lokale Versionen ihrer Programme an. Das verbessert die Situation zwar, macht aber die persönliche Kontrolle nicht überflüssig. Trotz aller Bemühungen ist eine vollständige Erfassung aller illegalen Inhalte nicht möglich. Zu umfangreich und unüberschaubar ist das sich ständig erweiternde weltweite Netz.
 
Filtersoftware mit Positivlisten
 
Eine andere Möglichkeit der Filterung ist die, lediglich in Positivlisten aufgeführte Internetseiten zur Verfügung zu stellen. Aufgerufen werden können dann nur noch Seiten, die zuvor in die Liste aufgenommen wurden.
 
Naturgemäß schränkt diese Art der Filterung die Nutzung des Internets stark ein. Darüber hinaus ist die Pflege der Listen sehr aufwendig und verlangt eine ständige Aktualisierung. Da sie aber absolute Sicherheit bietet, ist es durchaus überlegenswert unter bestimmten Voraussetzung, oder aber für bestimmt Altersgruppen mit solchen Programmen zu arbeiten. Besonders geeignet sind diese Systeme für sehr junge Kinder, die so völlig vor unerwünschten Inhalten geschützt werden und trotzdem erste Erfahrungen mit dem Internet machen können.
 
 
Sperrung von Internetdiensten
 
Filterprogramme bieten auch die Möglichkeit bestimmte Internetdienste – z.B. Tauschbörsen, online-Handel – zu sperren oder freizugeben. Problematisch daran ist, dass eine solche Sperrung zu erheblichen Problemen bei der Nutzung des Internets führen kann. Würde man z.B. nur die Portnummern 80 bzw. 8080 zulassen (sie ermöglichen lediglich ein surfen im Internet), könnten zwar Seiten aufgerufen werden, Video- oder Audiodateien aber nicht abgespielt werden.
 
Ratingsysteme
 
Im Gegensatz zu Filtersystemen arbeiten Ratingsysteme nicht mit Sperrlisten, sondern steuern den Zugang nach bestimmten vorgegebenen Kriterien. Solche Kriterien können Gewalt, Sex, Rassismus, usw. sein. Es stehen dabei Abstufungen wie „keine Gewalt“, „Töten“, usw. zur Verfügung.
 
Voraussetzung für das Funktionieren von Ratingsystemen ist eine Bewertung des Internetangebotes. Diese kann entweder durch den Anbieter selbst erfolgen oder durch einen Provider. Außerdem können die Inhalte durch Vereinigungen wie die Internet Content Rating Association (ICRA) klassifiziert werden, die ein Etikett ausstellen, das in den Inhalt eingebunden werden kann. Derzeit sind nur wenige Angebote erfasst, so dass man zusammenfassend feststellen kann, dass der Einsatz eines Ratingsystems noch nicht sinnvoll ist.

 

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