Faust auf der Schulhomepage?-

Im November 2006 wurde das Urheberrechtsgesetz erneut geändert, um eine weitere EG-Richtlinie umzusetzen, nicht ohne Auswirkungen auf den Unterrichtsalltag. Erlaubt ist eine beschränkte digitale Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken. Schulen und Schulträger können seitdem Werkauszüge auf dem Schulserver ablegen, um sie im Unterricht über den PC abrufen zu können. Die Regelungen gelten für alle allgemeinbildenden Schulen, unabhängig davon, ob sie in privater oder öffentlicher Trägerschaft sind. Ausgenommen sind alle auf kürzere Zeit angelegten Kurse und Lehrgänge, wie sie z.B. von Volkshochschulen angeboten werden.
Voraussetzung für die Veröffentlichung ist, dass
  • es sich nur um einen kleinen Teil eines Werkes (maximal 10% des gesamten Textes), ein Werk geringen Umfangs (z.B. ein Gedicht) oder Animationen geringen Umfangs handelt.
  • es sich nicht um Inhalte aus Schulbüchern oder eigens für den Unterricht erstellten Werken handelt.
  • es sich um bereits veröffentlichte Werke handelt.
  • der Zugriff auf Schülerinnen und Schüler der Klasse beschränkt ist, die den Stoff aktuell im Unterricht behandeln.
Unerlässliche Voraussetzung für die Nutzung der Werke ist ein passwortgeschützte Zugriff, der sicherstellt, dass niemand außer der beabsichtigen Zielgruppe Zugang zu den Texten erhält. Also: Ausschließlich für die Klasse x und die sie unterrichtende Lehrkraft für die Dauer des Projektes bzw. der Unterrichtseinheit. Möglich ist die Veröffentlichung dann sowohl im separaten Intranet als auch im passwortgeschützten Bereich der Homepage.

Das Einlesen und Überspielen von Material auf den Schulserver oder Lehrer-PC ist nur erlaubt, wenn zu dem Zeitpunkt bereits feststeht, für welche Klasse und Unterrichtseinheit es verwandt werden soll. Eine Vorratsvervielfältigung für eine eventuelle spätere Nutzung ist immer unzulässig.
Eine Nutzung ohne Einwilligung des Berechtigen ist bei Schulbüchern, Unterrichtsmaterialien sowie Lern- und Bildungssoftware grundsätzlich untersagt. Das gilt ebenfalls für Bilder, Fotos und Animationen aus diesen Werken. Grund hierfür ist, dass die Autoren und Verlage die Materialien speziell für den Unterrichtseinsatz erstellen. Die freie Nutzung würde diese Arbeit wirtschaftlich wertlos und damit letztendlich unmöglich machen, da sie sich allein durch den Vertrieb der Originalwerke bzw. durch Lizenzgebühren finanziert.
Wer dennoch Teile aus Schulbüchern und Ähnlichem per Internet zur Verfügung stellen möchte, muss sich im Vorfeld die Einwilligung des Verlages einholen. Die Anfrage sollte Angaben über
  • das ausgewählte Werk,
  • den Umfang der gewünschten Nutzung (Kapitel, Seitenzahl,..),
  • den Nutzungsort (Schule) und die Unterrichtseinheit (Klasse, Datum) sowie
  • Hinweise auf die Sicherheitsmaßnahmen zur Zugriffsbeschränkung beinhalten.
Grundsätzlich sind Verlage bereit solche Einwilligungen zu erteilen, erheben dafür aber in der Regel Lizenzgebühren. Ansprechpartner aller Mitglieder des „Verbands deutscher Bildungs-medien“ finden Sie auf der Verbandshomepage. Dort finden Sie auch weiterreichende Informationen zum Thema Urheberrecht sowie eine Broschüre, die die oben aufgeführten Punkte auflistet.

 

Weder mit kostenlosen noch mit gekauften Medien darf man alles machen. Das gilt für Musik, für Filme, für Bücher oder sonstiges Gedrucktes.

Kopien aus Gedrucktem

Was ist mit Fotokopien aus Büchern, Heften, Zeitschriften? Der Gesetzestext des Urheberrechts bezieht sich bei der Grenzziehung vor allem:

  • auf kleine Teile eines Werkes für den Einsatz
  • im Unterricht
  • für einen bestimmt abgegrenzten Kreis von Unterrichts-Teilnehmern.

Die normale Kopie aus Schulbüchern für Schulzwecke ist laut Urheberrechtsgesetz weiterhin erlaubt (§ 52 a). Aber die öffentliche Zugänglichmachung eines solchen Werkes "ist stets nur mit Einwilligung des Berechtigen zulässig". Berechtigt ist der Schulbuch-Verlag.

Musik und Film

Musik wird schon lange nicht mehr nur vom Originalmedium konsumiert. Waren es früher Kassetten und Tonbänder, sind es heute Festplatten, CDs und MP3-Player. Kopiert wird, was das Zeug hält. Internettauschbörsen bieten illegal gratis Musik zum Download an und schädigen damit nachhaltig die Musikindustrie. Ähnliches gilt mittlerweile auch für Filme.
Darf Musik überhaupt kopiert werden? Und wenn ja, wie und in welchem Umfang?
Kein einfaches Thema: Grund genug, bei Profis nach Antworten zu suchen. Das Projekt Remus der Universität Saarland und das Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft des Saarlandes hat zu diesen und anderen Urheberrechtsfragen eine informative und schülergerechte aufbereitete Website erstellt. In einfachen Texten beantwortet die Comic-Familie Ledroit alle wichtigen Fragen. Wer mehr wissen will, findet Hintergrundtexte.
Zum Thema Musikkopien hier einige Auszüge:

Musikkopien vom Original sind legal!

Musik-CDs und Film-DVDs dürfen zu privaten Zwecken kopiert werden. Die Kopien sind legal, wenn es sich um eine unentgeltliche Kopie eines Originals zum eigenen Bedarf oder für Freunde oder Verwandte handelt. Ob man auch eine Kopie der Kopie anfertigen darf, ist umstritten. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte keine Kopien einer Kopie anfertigen.
Was die Anzahl der Kopien betrifft, werden im Urhebergesetz keine genauen Angaben gemacht. Als Richtwert kann man drei und als Höchstwert sieben Kopien ansehen.
Nicht legal ist definitiv das Anbieten und Herunterladen von Musik in Internettauschbörsen. Auch hierzu ein Auszug der Remusseite:

Darf ich Musik-Files in "Internet-Tauschbörsen" anbieten?

Nein. Auch wenn das Abspeichern einer Original-Musik-CD auf dem heimischen Computer erlaubt ist, so ist das Anbieten dieser Musik- Datei über ein sog. Filesharing-System kein persönlicher Gebrauch mehr. Vielmehr wird die Datei über das Internet der Öffentlichkeit angeboten, also öffentlich zugänglich gemacht. Diese Form der Verwertung ist allein dem Urheber vorbehalten.
Darf ich Musik-Files aus "Internet-Tauschbörsen" herunterladen?
Nein: Das Gesetz verbietet die Verwendung einer offensichtlich rechtswidrig hergestellten Vorlage. Da der private Nutzer rechtmäßig hergestellte Privatkopien von gekauften CDs unter keinen Umständen ins Internet stellen darf, kann das Angebot in solchen Filesharing- Systemen bereits deshalb nicht als legale Quelle dienen. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass die privaten Nutzer der Internet- Tauschbörsen die Berechtigung dazu haben, ihre Dateien dort öffentlich anzubieten. Daher ist es immer unzulässig, Angebote aus solchen "Tauschbörsen" und vergleichbaren - erkennbar privaten - Angeboten im Internet herunterzuladen.

Tipp:
Mehr Antworten zum Thema Urheberrecht bei Musik und Film bietet bei remus-schule. Sie finden dort auch Erläuterungen zum Urheberrecht von Texten und Software sowie Wissenswertes rund um Internet und Internet-Auftritte von Schulen.

 

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